"Das Recruiting-Paradox: Warum High-Tech Talente durchs Raster fallen"
Stell dir vor, du lernst jemanden beim Spaziergang mit deinem Hund im Park, in einem gemütlichen Café oder über eine Dating-App kennen. Und jetzt stell dir vor, du müsstest in nur 6 Sekunden entscheiden, ob diese Person dein Partner fürs Leben sein könnte.
Klingt absurd, oder?
Doch im Recruiting des 21. Jahrhunderts werden wichtige Entscheidungen über die berufliche Zukunft von Menschen manchmal genauso schnell getroffen.
Durch unsere Teilnahme an HR-Diskussionen im Netzwerk von EPIC – European Photonics Industry Consortium tauschen wir uns regelmäßig mit Personalverantwortlichen, Unternehmen und Recruiting-Expert:innen aus.
Bei einem dieser Gespräche hat uns eine Aussage besonders nachdenklich gemacht:
Einige Recruiter berichteten, dass sie manchmal nur 6 bis 8 Sekunden Zeit haben, um einen Lebenslauf zu prüfen und zu entscheiden, ob eine Bewerbung in die nächste Runde kommt.
Sechs Sekunden, um jahrelange Berufserfahrung, Fachwissen, Erfolge und Potenzial einzuschätzen.
Können wir Talente wirklich so schnell erkennen?
Zu viele Bewerbungen, zu wenig Zeit: Die Herausforderung im Recruiting
Es ist leicht, HR-Expert:innen die Schuld zu geben. Doch die Realität ist komplizierter.
Viele Unternehmen erhalten Hunderte von Bewerbungen auf eine einzige Stelle. Recruiter:innen stehen unter Druck, schnell die passenden Talente zu finden. Gleichzeitig haben sie oft nur wenig Zeit und begrenzte Ressourcen.
Um diese große Zahl an Bewerbungen zu bearbeiten, nutzen Unternehmen zunehmend digitale Recruiting-Plattformen, Bewerbermanagementsysteme (ATS) und KI-gestützte Tools.
Diese Technologien können die Personalsuche einfacher und schneller machen. Doch mehr Bewerbungen und eine schnellere Vorauswahl führen nicht automatisch zu besseren Besetzungen offener Stellen.
Besonders schwierig ist das in spezialisierten Branchen wie Photonik, Medizintechnik, Deep Tech und Halbleitertechnik. Hier ist es oft schon eine Herausforderung, überhaupt die passenden Fachkräfte zu finden.
Talente aus diesen Bereichen bringen häufig eine besondere Kombination aus technischem Wissen, Branchenerfahrung und praktischer Problemlösung mit. Manche haben jahrzehntelang neue Lösungen entwickelt, mit verschiedenen Technologien gearbeitet und komplexe Ideen in echte Anwendungen umgesetzt.
Aber wie soll man all dieses Wissen und Potenzial in wenigen Zeilen eines Lebenslaufs zeigen?
Genau hier entsteht ein Paradox:
- Gute Fachkräfte werden übersehen. Selbst sehr erfahrene Expert:innen haben oft Schwierigkeiten, ihr gesamtes Wissen und ihre Fähigkeiten in einem klassischen Lebenslauf darzustellen.
- Unternehmen verpassen passende Talente. Wenn bei der Vorauswahl vor allem auf Schlüsselwörter, Berufsbezeichnungen oder feste Anforderungen geachtet wird, können Menschen mit wertvollen Erfahrungen und übertragbaren Fähigkeiten übersehen werden.
- Der persönliche Eindruck geht verloren. Ein Lebenslauf zeigt, was jemand gemacht hat. Aber er zeigt nur selten, wie jemand denkt, kommuniziert, Probleme löst oder mit anderen zusammenarbeitet.
Die Herausforderung besteht also nicht einfach darin, mehr Bewerber:innen zu finden. Es geht darum, unter ihnen die Richtigen zu erkennen.
Was passiert, wenn Talente die Chance bekommen, ihre Fähigkeiten zu erklären?
In einem unserer Gespräche mit Recruiting-Expert:innen gab eine Agentur einen interessanten Tipp: Talente, die zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, sollten eine kurze Präsentation nach der STARR-Methode (Situation, Task, Action, Result, Reflection) vorbereiten.
Anstatt nur Qualifikationen aufzuzählen, können sie ein konkretes Beispiel aus ihrer Berufserfahrung vorstellen: Welche Herausforderung gab es? Wie sind sie vorgegangen? Was haben sie erreicht? Und was haben sie daraus gelernt?
Die Agentur berichtete von einem Beispiel, bei dem eine solche Präsentation einem Bewerber geholfen hat, seine Fähigkeiten zu zeigen und im Vorstellungsgespräch echtes Interesse zu wecken.
Das hat uns zum Nachdenken gebracht:
Wenn Talente ihre Fähigkeiten mit einer kurzen Präsentation zeigen können, warum sollten sie damit bis zum Vorstellungsgespräch warten?
Zeige, was du kannst – schon vor dem Vorstellungsgespräch
Bei SalesPro4U beschäftigen wir uns genau mit dieser Frage.
Durch unsere Arbeit mit Fach- und Führungskräften aus der Hightech-Branche, insbesondere in den Bereichen Karriere-Coaching und Unterstützung bei der Jobsuche, entwickeln und testen wir einen neuen Ansatz: das Job Application Video – ein kurzes Bewerbungsvideo.
Die Idee ist einfach: Der klassische Lebenslauf wird durch ein kurzes, klar aufgebautes Video ergänzt. So bekommen Fachkräfte die Möglichkeit, zu erklären, was sie wirklich können.
Mit der STARR-Methode helfen wir Talenten, ihre Erfahrungen in drei einfachen Schritten vorzustellen:
- Die Herausforderung (Situation & Aufgabe): Was war das Problem und welche Verantwortung hattest du?
- Die Lösung (Vorgehen & Ergebnis): Was hast du gemacht und was hast du damit erreicht?
- Die Erfahrung (Reflexion): Was hast du daraus gelernt und wie hilft dir diese Erfahrung heute?
Das könnte besonders für Fachkräfte interessant sein, deren Wissen und Fähigkeiten weit über eine einzelne Berufsbezeichnung oder technische Spezialisierung hinausgehen.
Was könnte sich dadurch verändern?
- Für Talente: Sie bekommen eine zusätzliche Möglichkeit, ihr Wissen, ihre Erfolge und ihre beruflichen Stärken zu zeigen – über den klassischen Lebenslauf hinaus.
- Für Unternehmen: Sie können Fähigkeiten, Erfahrungen und Potenziale entdecken, die bei einer herkömmlichen Vorauswahl möglicherweise übersehen werden.
Natürlich kann ein Video weder den Lebenslauf noch ein persönliches Gespräch oder ein faires Auswahlverfahren ersetzen. Und nicht jeder fühlt sich vor einer Kamera wohl. Das darf niemandem zum Nachteil werden.
Unser Ziel ist es, neue Wege zu finden, um Fachwissen besser sichtbar und Recruiting menschlicher zu machen.
Deshalb laden wir sowohl Hightech-Fachkräfte, die diesen Ansatz testen möchten, als auch Unternehmen ein, die offen für neue Wege bei der Personalsuche sind.
Wir sind überzeugt: Besseres Recruiting beginnt damit, Menschen zu verstehen, statt nur Bewerbungsunterlagen zu prüfen.
Lasst uns gemeinsam neu darüber nachdenken, wie wir Talente erkennen
Das moderne Recruiting steht vor einer großen Herausforderung: Unternehmen müssen schnell die passenden Menschen finden. Gleichzeitig brauchen Fachkräfte die Möglichkeit, zu zeigen, was sie wirklich zu bieten haben.
Technologie kann dabei helfen. Aber sie sollte niemals menschliches Urteilsvermögen, Neugier und persönliche Gespräche ersetzen.
Menschen sind mehr als ein Lebenslauf. Und gutes Recruiting ist mehr als der Abgleich von Schlüsselwörtern.
Bei SalesPro4U glauben wir, dass es neue Möglichkeiten für eine menschlichere Personalsuche gibt – besonders in spezialisierten Branchen wie Photonik, Medizintechnik, Deep Tech und Halbleitertechnik.
Und diese Möglichkeiten möchten wir gemeinsam mit euch entdecken!
Du möchtest deine Karriere in der Hightech-Branche starten oder weiterentwickeln?
Werde Teil unseres internationalen Expertennetzwerks. Entdecke neue Karrierechancen, erhalte Einblicke in deine Branche und vernetze dich mit Menschen, die dein Fachwissen verstehen.
Wir freuen uns auch über Fachkräfte, die unseren neuen Ansatz mit dem Job Application Video testen und gemeinsam mit uns herausfinden möchten, wie sich Wissen und Erfahrung besser zeigen lassen.
Du arbeitest in einem Unternehmen oder im Personalbereich?
Wir freuen uns über den Austausch mit Unternehmen, die offen für neue und menschlichere Wege sind, um passende Fachkräfte zu finden und ihre Fähigkeiten besser einzuschätzen.
Lasst uns Fachwissen sichtbar machen und bessere Verbindungen zwischen Menschen und Unternehmen schaffen.
Interesse? Dann melde dich bei Victoria Sucarrat, HR & Recruitment Expert bei SalesPro4U.
E-Mail: victorias@salespro4u.com
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